Schausteller - unternehmerischer Hintergrund

Schausteller hatten und haben mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen. Sowohl private als auch unternehmerische Schwierigkeiten gilt es zu bewältigen.
In Hinsicht auf die private Situation ist es meist so, dass die grundsätzlichen Lebensumstände wie Schulbesuch der Kinder oder soziales Umfeld schon für die meisten Angehörigen dieser Branche eine genaue Planung erfordert. Die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe belastet darüber hinaus und eine Vielzahl der Schausteller ist für das Alter in absolut unzureichender Weise abgesichert, wenn überhaupt.

Das unternehmerische Wissen vieler Schausteller ist lückenhaft. Zwar können etwa 90 % der Betriebsinhaber ihre Gewinnsituation einschätzen, jedoch nur etwa 70 % von ihnen trauen sich eine Beurteilung über die Entwicklung der Rendite zu.
Vielfach wird außer Acht gelassen, dass die eigene Arbeit oder die der Familienangehörigen auch als Personalkosten angesehen und abgerechnet werden muss. Viele orientieren sich am jeweiligen Tagesumsatz. Das führt zu Kosten- und Umsatzillusionen, da eine aufschlussreiche Kostenrechnung fehlt.

Um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen ist es wichtig, dass die Schausteller sich unternehmerisches Wissen aneignen. Wissen um Themen wie Demografie, Interessenwandel und Konkurrenz ermöglicht ihnen eine erhöhte Anpassungsgeschwindigkeit an die gesellschaftlichen Veränderungen, letztendlich zum eigenen Vorteil. Das bedeutet, dass bei einer rückläufigen Gesamtumsatzentwicklung auch eine Kapazitätsanpassung erforderlich wird.

Die einschlägigen Verbände suchen nach Möglichkeiten, dass bewährte Schausteller bessere Chancen erhalten, sich zu verändern. Soziale Härten und Schieflagen, besonders auch bei älteren Schaustellern, sollen vermieden werden.
Für das derzeitige Marktvolumen gibt es eher zu viele Schausteller, weshalb die zu erwartende Rendite für jeden einzelnen nur niedriger ausfallen kann, Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Anzahl der auf den Festen vertretenen Schausteller angepasst werden muss, um eine höhere Rendite und Wirtschaftlichkeit für den einzelnen Betrieb zu erzielen. Die Anzahl der Schausteller je Sparte und Fläche muss genau definiert werden. Hier sind die Veranstalter gefragt, die mit den einschlägigen Verbänden eine Kirmessatzung festlegen müssen. Anderenfalls ist die Vernichtung von Festen durch Vergrößerung wohl unausweichlich, denn kurz- und mittelfristig ist ein Marktwachstum nicht zu erwarten.

 

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