Lebenssituation im Schaustellergewerbe

Die überwiegende Zahl der im Schaustellergewerbe tätigen Betriebe ist schon seit Generationen in dieser Branche tätig. Meist wird das Fahrgeschäft, der Spiel- oder Gastronomiebetrieb an die Kinder oder andere Familienmitglieder übertragen und bleibt somit im Besitz der Familien. Für die meisten in dieser Branche Tätigen sind Familienzusammenhalt und der traditionsgeprägte Umgang sehr wichtig. Doch da gerade für kleine und mittlere Betriebe der Wettbewerb immer härter wird, verlieren auch der Wunsch und die Bereitschaft zur Nachfolge stetig an Attraktivität. Viele Schausteller haben eine Nebenerwerbstätigkeit, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, wobei viele im Bereich des Kinderentertainment ein zweites Standbein aufgebaut haben. Man spricht deshalb häufig vom "armen Kleinbetrieb", jedoch sind mehr als zwei Geschäfte je Schausteller unüblich.

Allerdings ist es auch nicht selten so, dass aus Gründen der fehlenden finanziellen Absicherung des Betreibers ein Wechsel in den Ruhestand nicht möglich ist und deshalb trotz des Alters ein Verbleib im Betrieb nötig ist.
Weiterhin geht die Entwicklung dahin, dass die meisten Familienmitglieder einander helfen oder ihr eigenes Geschäft betreiben. Die Folge ist, dass mancher Betrieb geschlossen werden muss, weil die Nachfolge ausbleibt - die Möglichkeit des Zusammenschlusses von Betrieben wird selten wahrgenommen.

Insgesamt existieren in Deutschland rund 5.000 Schaustellerbetriebe, wobei die Anzahl der Geschäfte erheblich höher liegt, da viele Betriebe über mehrere Geschäfte verfügen.

Fasst man allein die großen und überregional bekannten Volksfeste zusammen, so kommt man auf eine Anzahl von knapp um die 30 pro Jahr. Diese Veranstaltungen werden von nahezu 55 Millionen Besuchern besucht - eine stolze Zahl. Trotzdem sinken in den meisten Sparten die Umsatzzahlen von Jahr zu Jahr. Dies in Verbindung mit den ohnehin bestehenden Problemen erfordert Marktstrategien, da eine Selbstregulierung des Marktes hier nicht möglich ist. Im Bereich Marketing und PR wurde bereits einiges unternommen, so beispielsweise wurden Preisreduzierungen vorgenommen und so genannte Familientage mit günstigeren Preisen eingeführt.

 

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